✍ Jörn Döscher · Dipl.-Ing. · 30 Jahre Mikrowellenmesstechnik · veröffentlicht 2026-06-01
Definition. Berührungslose, dichteunabhängige Wassergehalts-Messung über die Wechselwirkung zwischen Mikrowellen und Wassermolekülen.
Mikrowellen mit einer Frequenz oberhalb 2 GHz werden durch das Material geleitet oder reflektiert. Wassermoleküle absorbieren und verlangsamen die Welle — beide Effekte hängen vom Wassergehalt ab, aber unterschiedlich von der Dichte.
Aus diesen zwei unabhängigen Größen berechnet das 2-PMR-Verfahren simultan Wassergehalt und Dichte. Der Wassergehalt wird so dichteunabhängig.
Vorteile gegenüber NIR: Eindringtiefe ins Volumen statt nur Oberfläche, Unempfindlichkeit gegen Farbe, Staub, Atmosphäre. Vorteile gegenüber Kapazitiv: keine Drift durch Materialschwankungen.
Eckdaten
- Frequenz
- 2–6 GHz
- Eindringtiefe
- Volumen
- Genauigkeit
- ±0,3 % H₂O
- Sample-Rate
- bis 100 Hz
- Temperatur
- bis 140 °C (MoistureScan XT)
FAQ
Was misst die Mikrowelle eigentlich? +
Die Wechselwirkung der Mikrowellen mit den Wassermolekülen im Material. Wassermoleküle absorbieren und verzögern Mikrowellen — daraus berechnet das Verfahren den Wassergehalt.
Warum dichteunabhängig? +
Aus zwei unabhängigen Resonanzgrößen (Amplitude und Phase) lassen sich Wassergehalt und Materialmenge im Messvolumen simultan ableiten. Die Dichte rechnet sich heraus.
Wo sind die Grenzen? +
Sehr geringe Materialmengen unter 100 g/m² werden ungenau. Dafür gibt es den GrammageScan mit anderem Sensor-Setup.
Anwendungs-Tipp
Konkrete Hilfe zur eigenen Linie? Schreibt uns die Messaufgabe — wir antworten innerhalb eines Werktags.